Seenotrettung im Golf von Aden

Wie auf Bundeswehr.de berichtet, hat die BAYERN am 28.4.2016 eine Seenotrettung im Golf von Aden durchgeführt.

In Kürze:

  • Am 27.04.- und am Morgen des 28.04.2016 meldete ein japanischer Seefernaufklärer der US geführten Anti-Pirateriekoalition (TF 151) im Golf von Aden ein offenbar manövrierunfähiges Fahrzeug.
  • Ein deutscher Seefernaufklärer, der im Rahmen der Operation ATALANTA des europäischen Anti-Piraterieverbands (EUNAVFOR SOM) im Golf von Aden operierte, bestätigte am Mittag des 28.04.2016 den Verdacht, dass das Fahrzeug manövrierunfähig sei, da es sich immer noch nahe der letzten gemeldeten Position befand.
  • Die Insassen des Bootes machten mit Winken von Kleidungsstücken und Armen auf sich aufmerksam. Eine Notlage konnte deshalb nicht ausgeschlossen werden. Dies wurde durch die Besatzung des Luftfahrzeugs der ca. 110 Nautischen Meilen (ca. 203 km) entfernt stehenden Fregatte Bayern gemeldet.
  • Aufgrund der Gesamtlage hat sich der Kommandant der Fregatte Bayern (Fregattenkapitän Markus Brüggemeier) nach Eingang der Meldung dazu entschieden, mit Höchtsfahrt die letzte bekannte Postion des Bootes anzulaufen.
  • Gegend abend (ca. 18:00) hat die Fregatte Bayern das Boot erreicht. An Bord befinden sich 92 Personen (darunter 11 Frauen und 7 Kinder). Das Boot hat nach Angaben der Besatzung einen kapitalen Motorschaden.
  • Da keine akute Gefahr für die Besatzung des Bootes besteht, wurde die Annäherung aufgrund der Dunkelheit abgebrochen. Absicht ist es, im ersten Tageslicht wieder Verbindung mit dem Boot aufzunehmen und bis dahin in unmittelbarer Nähe zu bleiben und weiter zu beobachten.
  • Am frühen Morgen des 29.04. hat ein Technikerteam der Fregatte den Antriebsmotor des Bootes untersucht und festgestellt, dass dieser irreparabel ist.
  • Der Kommandant hat deshalb (um 07:40) entschieden, dass es sich um einen Seenotfall handelt und die Personen an Bord zu holen.
  • Am späten Vormittag waren alle 92 Personen des Bootes unversehrt an Bord „Bayern“ und wurden verpflegt und erstversorgt.
  • Der Kapitän war mit einer Versenkung des havarierten Fahrzeugs einverstanden, da es ein Schifffahrthinderniss darstellte. Ein Team der Fregatte Bayern hat das Boot daraufhin versenkt.
  • In der Folge wurden die Personen in Zusammenarbeit mit dem UNHCR nach Bosasso (SOM) verbracht und abgegeben. Das UNHCR hat die wohlbehaltene Ankunft aller Personen heute bestätigt und von der Niederkunft einer der geretteten Frauen berichtet.

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